{"id":34,"date":"2009-03-09T08:48:33","date_gmt":"2009-03-09T06:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/china.eisenpixel.de\/?p=34"},"modified":"2023-10-09T15:34:32","modified_gmt":"2023-10-09T13:34:32","slug":"34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/log.eisenpixel.de\/?p=34","title":{"rendered":"Besuch in Si Ping"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende war ich also in der Stadt.<\/p>\n<p>Die Hinfahrt war schonmal ziemlich interessant, da ich zum ersten Mal gesehen habe wie es hier ausserhalb der Schule tags\u00fcber so aussieht.<\/p>\n<p>Es ist ziemlich l\u00e4ndlich hier. Auf der Strasse sind wenig normale Autos unterwegs sondern haupts\u00e4chlich LKWs, diverse dreir\u00e4drige Transportfahrzeuge in allen Gr\u00f6\u00dfen, Mopeds und auch das eine oder andere Pferdefuhrwerk sowie Leute, die Tierherden vor sich hertreiben. Auf dem teilweise sehr unebenen Gel\u00e4nde sind haupts\u00e4chlich Maisfelder angepflanzt. Diese Felder sind momentan abgeerntet, auf manchen stehen ein paar einzelne K\u00fche und bei den H\u00e4usern liegen \u00fcberall riesige, meterhohe B\u00fcndel der getrocknete Maispflanzen. Die Leute verwenden diese anscheinend zum heizen.<\/p>\n<p>Die H\u00e4user sind gr\u00f6\u00dftenteils ziemlich heruntergekommen, neue H\u00e4user werden teilweise aus alten Ziegelsteinen gebaut, und viele Mauern sind mit Schriftzeichen und komischen Nummern versehen, deren Zweck sich mir noch nicht erschlossen hat. Ein paar vereinzelte Bauten stechen in strahlendem Glanz aus dem allgemeinen Bild heraus.<\/p>\n<p>Im Stra\u00dfenverkehr wird hier viel gehupt. Als Warnung beim \u00fcberholen, um Bekannte am Stra\u00dfenrand zu gr\u00fc\u00dfen, oder um sich an einer Kreuzung die Vorfahrt zu sichern. Letzeres gelingt allerdings nur selten. Der typische Fu\u00dfg\u00e4nger l\u00e4sst sich durch eine Hupe auch nicht im geringsten beeinflussen. Trotz des etwas chaotischen Systems, ohne wirklich vorhandenen Verkehrsregeln, habe ich bis jetzt keine gef\u00e4hrlichen Situationen erlebt. Als Fussg\u00e4nger muss man aber schon bei der Sache sein und auf den Verkehr achten. Ein Mitsch\u00fcler hat berichtet dass er angefahren wurde als er die Strasse einmal nicht richtig im Blick hatte.<\/p>\n<p>In der Stadt selbst ging es dann erst einmal zum Bankautomaten um chinesisches Geld zu holen. Erfreulicherweise ist dies auch mit der normalen Geldkarte von der Sparkasse m\u00f6glich.<br \/>\nDanach habe ich mir dann, wie die meisten anderen Mitsch\u00fcler, die an diesem Tag in der Stadt waren, eine professionelle Massage abgeholt, die ich zwar nicht unbedingt angenehm fand, die aber im Endeffekt meinen Muskelkater halbiert hat. Danach ging es in verschiedene L\u00e4den, unter anderem einen Art dauerhaften Flohmarkt, der sich Labyrinthartig \u00fcber ein 6 St\u00f6ckiges Geb\u00e4ude erstreckt, und dessen Aufbau mir bis jetzt ein R\u00e4tsel geblieben ist. Egal in welche Richtung wir gelaufen sind, sind wir zu neuen, unbekannten St\u00e4nden gekommen.<\/p>\n<p>Am Samstag hatten wir jemanden dabei der sich auskannte und uns herumgef\u00fchrt hat. Das war auch ganz gut so, weil sonst w\u00e4re es mit dem zurechtfinden wirklich schwierig geworden. Dadurch dass er uns herumf\u00fchrte, ging aber alles so schnell vonstatten, dass es mir lediglich gelungen ist Badeschlappen und einen Bund Bananen zu kaufen, obwohl meine Einkaufsliste deutlich l\u00e4nger war.<\/p>\n<p>Deswegen habe ich mich am Sonntag gleich nochmal in die Stadt begeben. Diesmal nur zusammen mit dem Norweger Arnfinn, der zwei Tage vor mir hier an der Schule angekommen ist. Da das angerufene Taxi nicht aufgetaucht ist, wurden wir mit einem \u00e4u\u00dferst klapprigen dreir\u00e4drigen Gef\u00e4hrt ins nahe der Schule gelegene Dorf Yehe gefahren um von dort aus mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Dies hat dann auch wunderbar funktioniert. Wir haben aber in dem Bus voller Chinesen einige neugierige Blicke geerntet.<\/p>\n<p>Allgemein scheinen die Sch\u00fcler der Akademie so ziemlich die einzigen Ausl\u00e4nder zu sein, die hier in der Gegend auftauchen. Normale Touristen gibt es jedenfalls keine. Daf\u00fcr wiederum sind gar nicht so wenige Schilder zus\u00e4tzlich auf Englisch beschriftet. Gesprochen wird jedoch ausschliesslich chinesisch. Kenntnisse in Englisch sind die absolute Seltenheit, zumindest bei den Chinesen mit denen ich bis jetzt zu tun hatte. Bei Kindern und Jugendlichen k\u00f6nnte es anders aussehen.<\/p>\n<p>\u00dcber das bisschen chinesisch was ich gelernt habe, bin ich deswegen auch sehr froh. Meistens verstehe ich nat\u00fcrlich kein Wort, aber ab und an kann ich dann doch erkennen worum es geht und insbesondere die Zahlen haben sich sowohl beim Training als auch beim Einkaufen als sehr n\u00fctzlich erwiesen. So langsam gew\u00f6hne ich mich sogar an den Gedanken, um die Waren erst einmal zu feilschen bevor ich sie kaufe. W\u00e4hrend ich die Badeschlappen am Samstag noch zum genannten Preis genommen habe, habe ich den gestern erworbenen gef\u00e4lschten Pullover um umgerechnet einen Euro heruntergehandelt. Was immerhin einem Viertel des Preises entsprach.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe, Johannes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende war ich also in der Stadt. Die Hinfahrt war schonmal ziemlich interessant, da ich zum ersten Mal gesehen habe wie es hier ausserhalb der Schule tags\u00fcber so aussieht. Es ist ziemlich l\u00e4ndlich hier. 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