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Details

Hallo zusammen,

mir fehlt ja ein bisschen die Außensicht auf diesen Blog, aber ich habe das Gefühl, dass das vermittelte Bild noch nicht ganz vollständig ist, bzw. dass durch die Schwerpunkte der Einträge auf die Ausflüge eine gewisse Verzerrung stattfindet, und alles ein bisschen normaler wirkt als ich das hier erlebe.

Deswegen hier einfach mal ein drei zusätzliche Details:

Gleich am ersten Tag haben wir die Ruhestätte der Vorfahren besucht. Unter einem Maisfeld irgendwo außerhalb der Stadt liegen mindestens 4 Generationen von Großeltern und deren Vorfahren. Es wurde eine Kette von Böllern abgefeuert, dann zwei Bündel Räucherstäbchen angezündet, ein Paket Fantasiegeld verbrannt und drei Verbeugungen durchgeführt.

Ein paar Tage später fuhren wir zu einem Krematorium um eine dieses Jahr verstorbene Tante zu besuchen. Die Urnen werden dort in Schliessfächern aufbewahrt und man kann sie in den Hof tragen wo es spezielle Schreine gibt die ein wenig an einen Thron erinnern. Man setzt die Urne darauf ab und schreibt mit Kreide den Namen an die “Rücklehne”. Im Fußbereich gibt es eine Vertiefung als Feuerstelle. Dort wurde diesesmal nicht nur Geld verbrannt, sondern auch diverse Gegenstände aus Papier, die dem Verstorbenen im Jenseits zugute kommen sollen z.B Winterjacken, Autos, Schmuck und natürlich wieder Bündel von Fantasiegeld.

Die Städte wachsen in China wohl schon extrem. Beibei erkennt hier kaum etwas wieder, weil in ihrer Abwesenheit so viele Hochhäuser neu gebaut wurden.
Wenn eine Fläche als Neubaugebiet ausgewählt wird, dann bekommen die ursprünglichen Besitzer Entschädigungen die davon abhängen was genau auf der Fläche vorhanden ist. Um die Ausbeute bei den Entschädigungen zu steigern werden z.b im Vorfeld Bäume gepflanzt. Im Abstand von 30 cm, weil jeder Baum eine bestimmte Summe einbringt. Oder es werden zusätzliche Stockwerke auf bestehende Häuser aufgesetzt. In schlechter Qualität, aber auch hier wird dann jedes Stockwerk angerechnet wenn die alten Gebäude irgendwann platt gemacht werden.
Die ehemalige Wohnung von Beibeis Eltern liegt z.B in einem Gebiet das aktuell neu bebaut wird. Wenn die Neubauten fertig gestellt sind, dann bekommen sie auch eine der neuen Wohnungen, so lange lebt Beibeis Vater aber zum Beispiel im Kindergarten der bis vor kurzem von Beibeis Mutter betrieben wurde. Hier essen wir z.B noch etwas zu Abend in diesem Kindergarten.

Oft gehen wir mit den Leuten die wir Besuchen auch ins Restaurant zum Essen. Manchmal haben wir dann auch versucht die Rechnung zu begleichen, vor allem wenn der Gastgeber schon zuvor Geld für uns ausgegeben hatte. Wenn man es aber überhaupt schafft früh genug die Bezahlung zu versuchen und die Rechnung nicht sowieso schon beglichen ist, dann kommt es tatsächlich zu Handgreiflichkeiten, wo versucht wird das eigene Geld an dem Kassierer zu geben gleichzeitig die andere Partei mit Körpereinsatz genau daran zu hindern.
Die etwas ausgefeiltere Variante ist dann Erpressung: Ich bleibe hier so lange stehen bis du mein Geld annimmst. Willst du wirklich dass ich zu spät zur Arbet komme?

Beste Grüße und bis bald, Johannes

Verwandtenbesuche

Hallo zusammen,

die letzten Tage waren ziemlich turbulent und deswegen ist auch etwas Zeit seit dem letzten Eintrag hier vergangen.

Wir sind noch in Luoyang, Beibeis Heimatstadt. Bejing war irgendwie einigermaßen international. Das heisst in einer Woche habe ich dort ca andere 20 Ausländer gesehen. Hier in Luoyang bis jetzt keinen einzigen.

Inzwischen haben wir die meisten ihrer Verwandten besucht. Hier mal ein Diagramm, das ich zum besseren Überblick für mich selbst erstellt hatte:

stammbaumBeibei ist rot markiert. Alle die Grün markiert sind habe ich inzwischen persönlich kennengelernt. Im Prinzip fehlen jetzt noch Beibeis Mutter und Schwester, die sich aber in Südchina aufhalten und nicht hier.

Durch die Besuche waren wir ziemlich viel in der Stadt und im Straßenverkehr unterwegs. Der Luftqualität ist besser als ich erwartet hatte, und stört mich nicht besonders. Als unerträglich hat sich für mich allerdings der Lärm herausgestellt. Man läuft oft auf der Straße bzw. auf der Zweiradspur weil die Gehwege zugeparkt oder zugestellt sind. Dadurch wird man als Fußgänger ständig angehupt. Zweitens reden manche Chinesen einfach unglaublich laut.

Diese Ohrenstöpsel sind deswegen zu meinen besten Freunden geworden, die ich inzwischen sofort anlege wenn es auf die Straße geht.

Die meisten Leute die wir besucht haben wohnen in großen Wohnblocks. Die Wohnungen sind im groben alle ähnlich aufgebaut: Ein zentrales Wohnzimmer, in dem man direkt drinsteht wenn man durch die Wohnungstür kommt. Direkt hinter der Tür gibt es eine Matte auf der man die Schuhe wechselt. von diesem Wohnzimmer aus erreicht man dann Küche, Bad und ein bis drei Schlafzimmer. Standardausstattung für das Wohnzimmer sind Couch, Tisch, Fernseher, Klimaanlage in Kühlschrankgröße und ein Esstisch in einer anderen Ecke. Gekocht wird oft mit Gas. Die Badezimmerausstattung ist meistens spärlich. Geld wird wohl lieber in Autos als in ordentliche Wasserhähne investiert. Im folgenden ein paar Fotos von der Wohnung einer Cousine in der wir die ersten Tage in Beijing verbracht haben. Die Immobilienpreise sind übrigens im groben ganz ähnlich wie in Deutschland.

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So, das wars erstmal wieder, ich hoffe ich komme bald dazu noch Fotos von den letzten Ausflügen und zum Essen zu posten.

Beste Grüße, Johannes

Bald gehts los

Hier mal die groben Eckdaten für die anstehende Reise in den nächsten Monaten:

Abflug 7. August 2014 über Moskau nach Beijing. Rückflug nach Deutschland am 23. Oktober auf dem gleichen Weg wieder von Beijing aus mit Zwischenstop in Moskau.

Dazwischen geht die Reise übers Land von Beijing nach Hongkong, von dort aus Anfang September mit dem Flugzeug nach Thailand. Anfang Oktober dann wieder ein Flug zurück nach China, und zwar zur Stadt Chengdu, von dort aus dann auf dem Landweg zurück nach Beijing. Zusätzlich zu den Flügen werden wir voraussichtlich nochmal ca. 10000 km zurücklegen, das meiste davon mit dem Zug.

Die Route sieht ganz grob so aus:

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