Archive of ‘Uncategorized’ category

Pizza

Aus einer Laune heraus haben wir letztens beschlossen eine Pizza zu backen, und am Wochenende haben wir dieses Vorhaben auch in die Tat umgesetzt.

Das Einkaufen gestaltete sich etwas komplizierter als zuhause. Zuerst einmal haben wir nur Reismehl statt Weizenmehl gefunden. Ich bin zwar überzeugt, dass es auch letzteres hier gibt, aber vor Ort war nichts Anderes aufzutreiben.
Die Auswahl an Käse war sehr klein. Genauer gesagt gab es lediglich zwei verschiedene Sorten von diesem quadratischen, scheibenweise in Plastik eingepackten Schmelzkäse. Eine Packung mit 10 Scheiben kostet hier ausserdem umgerechnet etwa 3 Euro.
Olivenöl gab es überraschenderweise zu kaufen. Eine Flasche mit 250 ml war für etwas mehr als 4 Euro zu haben und mit einer Diebstahlsicherung versehen, wie man sie in Deutschland für Bekleidung verwendet.

Über das Wochenende haben wir dann versucht eine Genehmigung zu bekommen den Ofen in der Küche benutzen zu dürfen. Nachdem wir im Laufe des Wochenendes verschiedene widersprüchliche Ansagen erhalten haben, war es dann am Sonntag abend soweit, und wir haben mit der Zubereitung begonnen.
Am Anfang ging alles nach Plan, als wir jedoch den Teig nach der Ruhephase auf dem Blech ausbreiten wollten, stellte sich heraus, dass er nicht länger geschmeidig war wie am Anfang, sondern völlig brüchig und keinesfalls elastisch, was natürlich am Reismehl liegt.
Wir haben den Teig dann nocheinmal durchgeknetet und so gut oder besser gesagt so dünn es eben ging auf dem Blech verteilt.

Der Ofen war ein grün-blaues Ungetüm mit einer kryptischen Bedienkonsole. Ausserdem etwas zu heiss, denn nach zehn Minuten mussten wir die Pizza wegen dem Belag schon herausnehmen, obwohl der Teig noch etwas mehr Zeit vertragen hätte. Der Teig hatte aber beim Backen eine erstaunliche Wandlung durchlaufen. Er war keineswegs mehr brüchig, sondern seine Konsistenz ging eher in Richtung Kaugummi, und es war völlig unmöglich ein Stück abzureissen oder gar zu brechen.
Geschmacklich war die Pizza dann , wider aller Erwartungen, hervorragend, auch wenn dieses Urteil natürlich etwas durch die etwas monotone Essenssituation hier verzerrt sein mag 😉

Viele Grüße,
Johannes

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Schlangen

in der letzten Woche wurden hier die ersten Schlangen gesichtet. Insbesondere die Treppe ist ein bevorzugter Aufenthaltsort. Die meisten Arten hier sind zwar ungiftig, aber so sicher in der Unterscheidung, wie andere Leute hier, bin ich mir noch nicht 😉

Viele Grüße,
Johannes

David aus Kolumbien mit der noch lebendigen Schlange

David aus Kolumbien mit der noch lebendigen Schlange

Ein kleiner Auftritt

Gestern am frühen Morgen bin ich mit vier Anderen aus meiner Gruppe und etwa 30 Kindern von der Schule hier in einen Bus gestiegen und in eine zwei Stunden entfernte, mir unbekannte Stadt gefahren, um dort eine Vorführung zu geben. Es gab dort eine größere Veranstaltung in einem Art Theater, und zwischen unserer Ankunft und unserem Auftritt wurden diverse Lieder und Sketche von anderen Kindern zum Besten gegeben.

Der größte Teil unserer Show wurde natürlich von den Kindern bestritten. Unserer Gruppe sollte ursprünglich zusammen eine der Bewegungsformen zeigen, nachdem aber im Laufe der Woche zwei Leute ausgefallen sind die diese Form beherrscht hatten, wurde dies gestrichen. Stattdessen haben zwei von uns, die schon lange Zeit hier sind jeweils eine Solovorstellung gegeben, während mein deutscher Kollege Jonny und ich, am Anfang und Ende der gesamten Vorstellung jeweils eine Pose mit Schwert und Schild im Gruppenbild abgegeben haben.

Wer jetzt denkt, dass das so einfach ist, der hat durchaus recht. Trotzdem haben wir es beide geschafft den Anfang zu vermasseln. Jonnys Weg war von Kindern versperrt, so dass er gar nicht auf der Bühne erschienen ist, während ich auf einer liegengelassenen Waffe ausgerutscht bin, und leicht verzögert aufgetaucht bin 😉

Naja. Wirklich schlimm war das dann doch nicht, und letztenendes waren alle zufrieden.

Viele Grüße,
Johannes

Mehr zum Training

So nachdem ich letzens ja einigermaßen genau beschrieben habe wie das Training abläuft, gibt es heute noch meine persönliche Meinung und andere Informationen dazu.

Das Lernen der Bewegungen fällt mir hier deutlich schwerer als zum Beispiel im Fechten. Es liegt sicher auch daran, dass die komplette Bewegungsart neu für mich ist, und ich erst jetzt so langsam damit beginne einen Ablauf in bereits bekannte Grundblöcke zu unterteilen.
Wenn der Meister den Ablauf vorführt gibt es zum Einen keine hilfreiche Erklärung, wie von zuhause gewohnt, und zum Anderen ist die Vorführung meistens recht schnell. Das liegt daran, dass die Geschwindigkeit bei ernsthafter ausführung dermaßen hoch ist, dass selbst 25% noch anspruchsvoll ist.
Alternativ bringen einem die fortgeschrittenen Mitschüler die Dinge bei, was dann langsam und verständlich, aber nicht in der selben Perfektion ist.

Im Großen und Ganzen ist das Training das selbe, das auch die Kinder hier erhalten, und von daher eher auf das langfristige Aufbauen der Fertigkeiten ausgelegt. Da die Ausländer hier aber nur für kurze Zeit sind, werden einige Dinge viel schneller gelehrt. Manchmal vielleicht etwas zu schnell.

Für den Meister ist es, soweit ich das erkennen kann, auch nicht immer ganz leicht uns zu unterrichten. Die Unterordnung der Schüler zum Meister ist hier lange nicht so gegeben wie er es aus seinem Training früher kennt. Meistens ist er sehr tolerant in dieser Hinsicht, aber manchmal kommt es doch zu Konflikten mit Unverständnis auf beiden Seiten.
Was sicher auch gewöhnungsbedürftig ist, ist dass ständig die besten Schüler abhanden kommen, wenn ihr Aufenthalt hier zuende ist.

Alles in allem ist es wahrscheinlich nicht das effektivste Training, das man sich vorstellen kann. Aufgrund der Menge an Training lernt man aber, zumindest für meine Verhältnisse, trotzdem genug.

Zum Schluss noch ein paar aktuelle Neuigkeiten:
Nach einer Regenperiode scheint hier endlich wieder die Sonne. Die Bäume fangen so langsam an grün zu werden. Ein Glas meiner Brille ist zu Bruch gegangen, in Zukunft also nicht über die lustige Konstruktion mit Klebeband wundern 😉 . Der Vize-Schulleiter hat mir die Haare geschnitten, und ist darin nicht sonderlich begabt, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat.

Viele Grüße,
Johannes

Geheimtechniken ;)

Wie Ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt, beherrsche ich inzwischen die wichtigsten Dinge. Ich frage mich warum ich beim Fechten jahrelang das parieren geübt habe. Das Schweben funktioniert leider nur hier vor Ort, da es eine entsprechend hohe Konzentration von Chi in der Umgebung erfordert, die in Deutschland nicht gegeben ist 😉

Bis demnächst,
Johannes

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Das Training

So. Nachdem ich inzwischen etwas mehr überblick habe, ist es Zeit nochmal etwas genauer auf das Training einzugehen.

Die erste Hälfte des Trainings vor dem Frühstück besteht bei mir meistens aus Dehnübungen und/oder Laufen. Manchmal, so wie heute, kommt es aber auch vor dass einer der Meister auf die Idee kommt schonmal den Grundstein für die Müdigkeit am Abend zu legen.
Die zweite Hälfte dieses Trainings besteht dann aus dem schon einmal erwähnten Qi Gong.

Man kann sich das ungefähr so vorstellen, dass man sich entspannt hinstellt, und dann eine Reihe von langsamen kreisförmigen Armbewegungen macht. Langsam bedeutet in diesem Fall etwa zwei Minuten pro Bewegung. Der offizielle Zweck dieser Übung ist das sammeln des berüchtigten Chi. Für mich persönlich ist das bis jetzt einfach eine Art Meditation mit Bewegung.

In den drei nächsten Trainingseinheiten findet dann das normale Training statt.

Nach dem Jogging gibt es normalerweise einen kleinen Teil des schon einmal beschriebenen Konditionstrainings mit Sprinten, Rückwärtslaufen und Hüpfen. Die Aktionen wandeln sich dann jedoch, so dass mehr Koordination und Basistechniken als Ausdauer trainiert werden.Die Bandbreite der Komplexität reicht hier vom simplen Seitwärtslaufen mit synchronisierter Oberkörperdrehung, über Kicks die in kleine Abläufe eingebettet sind, bis zu einigen Bewegungen, die wahrscheinlich mit dem eingesprungenen Grottenolm verwandt sind.

Nach dieser Phase des Trainings gibt es dann verschiedene Möglichkeiten wie es weitergehen kann.

Kampftraining. Üben mit Pratzen, Sparring oder Ringen. Viel mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen. Beim Ringen habe ich eines der beeindruckensten Ereignisse hier erlebt, als der Sanda Meister, der einen Kopf kleiner ist als ich und weniger als 60kg wiegt, den weder schwächlichen noch unbegabten Kacey zu Boden geworfen hat, der seinerseits einen Kopf größer ist als ich, und um die 100kg wiegen dürfte.

Powerstretching. Eines von unangenehmsten Sachen die ich bis jetzt erlebt habe, undmeiner Meinung nach auch nicht immer gesund. Aber irgendwie hilft es tatsächlich. Es handelt sich dabei um Dehnübungen mit Unterstützung. Das bedeutet ein Kollege hält einen fest, während der andere einen in Positionen biegt die man niemals freiwillig einnehmen würde. Ok, eine Ausnahme ist ein Kerl namens Gorran, der sich selbst dehnen kann bis er anfängt zu schreien. Die Strategien im Umgang mit den Schmerzen sind unterschiedlich. Manche Leute schreien einfach, andere betteln, fluchen oder drohen. Ich persönlich bevorzuge es die Matte zu schlagen, was die anderen hier recht amüsant finden 😉

Two Lines. Das sind die Worte mit denen ein weiterer Trainingsmodus eingeleitet wird, derhauptsächlich dadurch auszeichnet, dass die Schüler in zwei Reihen mit etwas Abstand zueinander aufgestellt sind. An Ort und Stelle werden dann verschiedenste Übungen durchgeführt. Liegestütze, Kniebeugen, Dehnübungen, Halten von verschiedenen, auf Dauer anstrengenden Stellungen sowie Reaktionsspielchen mit dem schnellstmöglichen Einnehmen von bestimmten Positionen. Typischerweise droht dem Letzten dabei ein leichter Stockhieb zur Motivation 😉

Akrobatik auf der Matte. Im Grunde handelt es sich dabei um Bodenturnen. Es fängt an mit Rollen vorwärts und rückwärts, Handstand mit Abrollen in beide Richtungen, Rad und so weiter. Dann gibt es noch ein paar mehr oder weniger eingedrehte Sprungkicks mit Landung im Liegen. Ich kann natürlich lange nicht alles. Gerade bin ich dabei den “Kickup” zu lernen. Haben sicher die Meisten schon einmal gesehen. Man rollt sich aus der Rückenlage leicht zurück, stösst sich dann neben dem Kopf mit den Händen ab, und kommt dann idealerweise auf den Füßen zum stehen. Ich bin mal gespannt ob es mir gelingt das in der verbleibenden Zeit noch zu lernen.

Schliesslich noch das Erlernen oder Üben von Formen. Es handelt sich dabei um feste Bewegungsabläufe, in denen verschiedene Stellungen und Techniken aneinandergereiht werden. Hier zeigt sich mal wieder, dass ich wahrlich kein Naturtalent in Sachen Bewegung bin. Es wird wohl noch eine Weile Dauern bis ich mich an die Bewegungsmuster hier gewöhnt habe, die doch sehr verschieden von allem sind, was ich bis jetzt gemacht habe. Das ist aber auch das für mich Interessante daran, das mir Spass macht. Können und Nichtkönnen ist sowieso eine relative Sache hier. Auch der beste Schüler unserer Gruppe, der die ganzen Bewegungen in beeindruckender Qualität beherrscht, und nicht umsonst den Spitznamen “Papa Shaolin” trägt, sieht im Vergleich zum Meister selbst dann doch recht blass aus.

Im letzten Training des Tages steht es dann in unserer Gruppe jedem frei was er trainieren möchte. Ich nutze dies meistens um meine Waffenform mit dem Stab zu üben.

Soviel für heute.Viele Grüße,
Johannes

Neulich im japanischen Restaurant

 Die Inder lassen auch weiterhin keine Gelegenheit aus, Gesichter umzufärben

Die Inder lassen auch weiterhin keine Gelegenheit aus, Gesichter umzufärben

 in diesem Fall gab es eine Geburtstagstorte für den Kerl links im Bild

in diesem Fall gab es eine Geburtstagstorte für den Kerl links im Bild

 anfänglich gab es gewisse Vorbehalte...

anfänglich gab es gewisse Vorbehalte...

...die dann recht schnell verflogen sind

...die dann recht schnell verflogen sind

Fragestunde

..heißt das du bist davor am liebsten durch das Fenster geklettert, wenn dich die Sache mit dem Speisesaal betrifft?

Die Tür zum Speisesaal ist ausserhalb der Essenszeiten verschlossen. Eines Tages war sie jedoch zur Essenszeit noch nicht offen, obwohl das Essen schon drin stand…

irgendwie sieht man nur sehr wenig Grün dort in der Gegend – gar kein Vergleich zum Vegetationsstand der Natur in unseren Breiten. Oder photografierst Du nur ums Grüne herum?

Es gibt bis jetzt tatsaechlich fast kein Gruen hier bis jetzt. Liegt wahrscheinlich daran, dass es hier bis vor kurzem noch deutlich kaelter war als in Deutschland, und ausserdem sind alle verfuegbaren Flaechen von Maisfeldern bedeckt. So etwas wie eine simple Wiese gibt es hier nicht.

und warum ist die Gegend dort oft so schief?

Die Gegend ist tatsaechlich oft schief, ich habe mich sogar schon dabei ertappt gerade Fotos zu machen 😉

Wenn es möglich ist, kannst Du gerne mehr Bilder der verschiedenen Stile und Kung-Fu-Posen bloggen.

Das wird eher schwierig. Zum jetzigen Zeitpunkt laesst sich im Internet sicher mehr darueber herausfinden als ich weiss.

Stockhiebe???ich glaub das wäre was für mein mitteleuropäisches Ego. wie lange wolltest du die Schule noch machen… oder darf man da zurückschlagen?!

Je nach Situation darf man das schon. Man muss dazu aber erst mal in der Lage sein, meistens ist man ja gerade am Zusammenbrechen, wenn man sich einen Hieb zur Motivation einfaengt. Deutlich effektiver ist es ausserdem den Meister zu kitzeln 😉

Viele Gruesse, Johannes

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