Chinesische Computer, Viren und das Internet

Heute mal ein Thema, das wahrscheinlich nicht jeden interessiert, aber ich weiss ja nicht wie das bei meinen anderen Einträgen so ist 😉

Jeder chinesische Computer, der mir bis jetzt begegnet ist, und auch jedes portable Speichermedium, war komplett mit Viren verseucht. Egal ob ich die Speicherkarte meiner Kamera im Internetraum der Schule, im Internetcafe oder im Fotodruckgeschäft an einen Rechner anschliesse, wenn ich sie danach an meinem Laptop benutze, wird eine ganze Sammlung dieser Schädlinge gefunden.
Die Gründe dafür sind meiner Meinung, dass die meisten Systeme hier nicht gekauft, und somit auch nicht regelmässig geupdated sind. Es wird der IE als Browser verwendet, und Virenscanner sind mir bis jetzt auch noch nicht untergekommen.

Wenn von euch also jemand einmal nach China kommen sollte, dann seid gewarnt 🙂

Zum Zweiten, die Great Firewall. Bis jetzt wurde mir lediglich der Zugang zu Youtube und lustigerweise capitan-sanchez.de verwehrt. Zumindest Deutsche Nachrichtenseiten wie Zeit oder Spiegel sind dagegen erreichbar. Nervig an der ganzen Angelegenheit ist, dass man nicht unterscheiden kann, ob eine Seite aktiv geblockt ist, oder aus anderen Gründen gerade nicht erreichbar ist.
Ich habe mir deswegen spasseshalber mal einen VPN Tunnel in die Schweiz geholt, um von der Firewall unabhängig zu sein. Dies hat auch den netten Nebeneffekt, dass ich nicht die chinesisch lokalisierten Varianten von von manchen Webseiten angezeigt bekomme, sondern die deutschen.

Viele Grüße,
Johannes

Si Ping

Es ist an der Zeit noch ein paar Worte zu Si Ping zu verlieren, die Stadt in die wir uns am Wochenende des öfteren begeben. Der Name wird übrigens in etwa “Sö Ping” ausgesprochen und keineswegs “Sai Ping” wie manche von den Amerikanern anfangs dachten.
Man hat mir gesagt, dass hier etwa 3 Millionen Leute leben, es gibt aber keinen Flughafen. Die einzigen Ausländer, neben den Leuten von unserer Schule, sind einige Russen, die an der Universität hier studieren.

Im folgenden ein paar Fotos, um einen groben Eindruck zu vermitteln. Dies ist nicht ganz leicht, da die Stadt sehr viele Facetten hat.

Die Aussenbezirke

Die Aussenbezirke

Es wird viel auf der Strasse gearbeitet

Es wird viel auf der Strasse gearbeitet

Lastwagen werden hier grundsätzlich so voll beladen, dass bei der kleinsten Bewegung etwas herunterfallen muss.

Lastwagen werden hier grundsätzlich so voll beladen, dass bei der kleinsten Bewegung etwas herunterfallen muss.

Nach einiger Zeit tauchen die ersten Wohnblocks auf. Es gibt alles zwischen topmodern und Nagelneu bis völlig heruntergekommen.

Nach einiger Zeit tauchen die ersten Wohnblocks auf. Es gibt alles zwischen topmodern und Nagelneu bis völlig heruntergekommen.

Die Strasse im Stadtzentrum die man des öfteren überqueren muss

Die Strasse im Stadtzentrum die man des öfteren überqueren muss

Die Fussgängerzone

Die Fussgängerzone

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Viele Läden dienen ihren Inhabern gleichzeitig als Wohnung. Manchmal steht nur ein Bett in einer Ecke, und gekocht wird dann auf der Strasse.

Viele Läden dienen ihren Inhabern gleichzeitig als Wohnung. Manchmal steht nur ein Bett in einer Ecke, und gekocht wird dann auf der Strasse.

Im ZhongXing Markt. Sechs Stockwerke. Vier davon mit Kleidung. Trotzdem ist es nicht möglich ein einfarbiges T-Shirt zu kaufen.

Im ZhongXing Markt. Sechs Stockwerke. Vier davon mit Kleidung. Trotzdem ist es nicht möglich ein einfarbiges T-Shirt zu kaufen.

kurz vor der Heimfahrt im Taxi. Der Gurt zum anschnallen funktioniert ausnahmsweise sogar.

kurz vor der Heimfahrt im Taxi. Der Gurt zum Anschnallen funktioniert ausnahmsweise sogar.

Viele Grüße, Johannes

Verschiedene Fotos

Unser Meister lässt weiterhin keine Gelegenheit aus von Boden abzuheben

Unser Meister lässt weiterhin keine Gelegenheit aus von Boden abzuheben

Diese Kängruruh-Schuhe kommen ihm dabei nur gelegen

Diese Känguruh-Schuhe kommen ihm dabei nur gelegen

Auch der ein oder andere Schüler hat wie schon erwähnt ein paar Tricks auf Lager

Auch der ein oder andere Schüler hat wie schon erwähnt ein paar Tricks auf Lager

Ein paar von den Kindern hier

Ein paar von den Kindern hier

Teilweise sind sie recht anhänglich

Teilweise sind sie recht anhänglich

Manche sind auch gefährlich ;)

Manche sind auch gefährlich 😉

Testday #3

Heute war wieder einmal Test Day. Ich habe 76 Punkte bekommen. Das sind zwar nur 2 mehr als letztes Mal, aber dafür heute die beste Punktzahl in unserer Gruppe. Es liegt zwar sicher auch daran, dass diesen Monat 3 gute Schüler abgereist sind, aber bisschen Konkurrenz gab schon noch. Von daher bin ich ganz zufrieden 🙂

Ich habe diesesmal eine Form mit dem langen Stock gezeigt und das Erlernen fiel mir auch deutlich leichter als bei den Formen ohne Waffen. Ich werde den Rest meiner Zeit hier damit verbringen diese Form noch zu vervollständigen und zu verbessern.
Mit Schwertern werde ich also nichts mehr zu tun bekommen hier, das macht aber nichts, da mir die Bewegungen der Schwertformen hier weder so richtig gefallen noch besonders gut liegen.

Das Wetter ist heute ziemlich stürmisch, und es liegt eine Menge Staub in der Luft, so dass ein Art brauner Nebel über der Landschaft liegt. Kennt man ja von zuhause nicht so.

Ansonsten habe ich heute im Nachhinein noch Fotos zu den Posts über Pizza und Freizeit hinzugefügt – wens interessiert.

Bis demnächst,
Johannes

Freizeit

Es kam ja letztens die Frage auf, was ich so in meiner Freizeit mache, nachdem ich ja nicht mehr die ganze Zeit im Bett verbringen muss.

Zum Einen benötige ich natürlich Zeit um diesen Blog hier zu schreiben und die ganzen Fotos zu sortieren die ich so mache. Ich habe auch schon ein paar Bücher aus der Bibliothek hier gelesen, und ab und an schauen wir einen Film an.

Einen beträchtlichen Teil der Zeit verwende ich ausserdem für das Schachspielen. Eine Menge Leute hier haben Interesse daran, und wir spielen eigentlich täglich. Einer der chinesischen Jungs war so fasziniert davon, dass er das Spiel innerhalb von wenigen Tagen erlernt hat und inzwischen so gut ist, das man beim Spiel gegen ihn keine Fehler mehr erlauben kann. Der Kerl hat deswegen auch schon jeden hier mindestens einmal besiegt.

Seit Neuestem spielen wir ausserdem noch das chinesische Schach. Es hat etwas weniger Bewegungsmöglichkeiten, ist aber dafür sehr trickreich.
Es scheint so als ob alle Chinesen dieses Spiel beherrschen, und meistens ist nach kurzer Zeit der Tisch von Beobachtern umringt, die alle den ihrer Meinung nach besten Zug kundtun. Manchmal entgleitet dann den eigentlichen Spielern die Kontrolle, und das Spiel wird von einem der daneben stehenden Chinesen zuende geführt.
Nicht immer mit Erfolg übrigens. Es lässt sich nämlich eine gewisse selbstüberschätzung der Chinesen erkennen. Die meisten denken über ihren Zug nur wenig nach, und mancher startet das Spiel sogar mit weniger Spielsteinen als Handicap. Wenn dann ein Ausländer gewinnt ist die Überraschung groß.

Das Schachtalent

Das Schachtalent

Chinesisches Schach

Chinesisches Schach

Die Spielsteine sind am Anfang etwas verwirrend. Vor allem da schwarze und rote Figuren teilweise unterschiedliche Zeichen haben.

Die Spielsteine sind am Anfang etwas verwirrend. Vor allem da schwarze und rote Figuren teilweise unterschiedliche Zeichen haben.

Viele Grüße,
Johannes

Geburtstag

Meine Geburtstagstorte. Man beachte dass mein Name zweimal darauf steht. Einmal gekrakelt und einmal in Schönschrift, da sich der beschriftende Chinese streng an den Vorlagenzettel gehalten hat.

Meine Geburtstagstorte. Man beachte dass mein Name zweimal darauf steht. Einmal gekrakelt und einmal in Schönschrift, da sich der beschriftende Chinese streng an den Vorlagenzettel gehalten hat.

Der Meister zündet die Kerzen an. Es sind zwar keine 28, aber mehr waren nicht auf Lager.

Der Meister zündet die Kerzen an. Es sind zwar keine 28, aber mehr waren nicht auf Lager.

Wieder einmal gerate ich in einen Hinterhalt.

Wieder einmal gerate ich in einen Hinterhalt.

Und die Feier nimmt den gewohnten Lauf.

Und die Feier nimmt den gewohnten Lauf.

Pizza

Aus einer Laune heraus haben wir letztens beschlossen eine Pizza zu backen, und am Wochenende haben wir dieses Vorhaben auch in die Tat umgesetzt.

Das Einkaufen gestaltete sich etwas komplizierter als zuhause. Zuerst einmal haben wir nur Reismehl statt Weizenmehl gefunden. Ich bin zwar überzeugt, dass es auch letzteres hier gibt, aber vor Ort war nichts Anderes aufzutreiben.
Die Auswahl an Käse war sehr klein. Genauer gesagt gab es lediglich zwei verschiedene Sorten von diesem quadratischen, scheibenweise in Plastik eingepackten Schmelzkäse. Eine Packung mit 10 Scheiben kostet hier ausserdem umgerechnet etwa 3 Euro.
Olivenöl gab es überraschenderweise zu kaufen. Eine Flasche mit 250 ml war für etwas mehr als 4 Euro zu haben und mit einer Diebstahlsicherung versehen, wie man sie in Deutschland für Bekleidung verwendet.

Über das Wochenende haben wir dann versucht eine Genehmigung zu bekommen den Ofen in der Küche benutzen zu dürfen. Nachdem wir im Laufe des Wochenendes verschiedene widersprüchliche Ansagen erhalten haben, war es dann am Sonntag abend soweit, und wir haben mit der Zubereitung begonnen.
Am Anfang ging alles nach Plan, als wir jedoch den Teig nach der Ruhephase auf dem Blech ausbreiten wollten, stellte sich heraus, dass er nicht länger geschmeidig war wie am Anfang, sondern völlig brüchig und keinesfalls elastisch, was natürlich am Reismehl liegt.
Wir haben den Teig dann nocheinmal durchgeknetet und so gut oder besser gesagt so dünn es eben ging auf dem Blech verteilt.

Der Ofen war ein grün-blaues Ungetüm mit einer kryptischen Bedienkonsole. Ausserdem etwas zu heiss, denn nach zehn Minuten mussten wir die Pizza wegen dem Belag schon herausnehmen, obwohl der Teig noch etwas mehr Zeit vertragen hätte. Der Teig hatte aber beim Backen eine erstaunliche Wandlung durchlaufen. Er war keineswegs mehr brüchig, sondern seine Konsistenz ging eher in Richtung Kaugummi, und es war völlig unmöglich ein Stück abzureissen oder gar zu brechen.
Geschmacklich war die Pizza dann , wider aller Erwartungen, hervorragend, auch wenn dieses Urteil natürlich etwas durch die etwas monotone Essenssituation hier verzerrt sein mag 😉

Viele Grüße,
Johannes

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Schlangen

in der letzten Woche wurden hier die ersten Schlangen gesichtet. Insbesondere die Treppe ist ein bevorzugter Aufenthaltsort. Die meisten Arten hier sind zwar ungiftig, aber so sicher in der Unterscheidung, wie andere Leute hier, bin ich mir noch nicht 😉

Viele Grüße,
Johannes

David aus Kolumbien mit der noch lebendigen Schlange

David aus Kolumbien mit der noch lebendigen Schlange

Ein kleiner Auftritt

Gestern am frühen Morgen bin ich mit vier Anderen aus meiner Gruppe und etwa 30 Kindern von der Schule hier in einen Bus gestiegen und in eine zwei Stunden entfernte, mir unbekannte Stadt gefahren, um dort eine Vorführung zu geben. Es gab dort eine größere Veranstaltung in einem Art Theater, und zwischen unserer Ankunft und unserem Auftritt wurden diverse Lieder und Sketche von anderen Kindern zum Besten gegeben.

Der größte Teil unserer Show wurde natürlich von den Kindern bestritten. Unserer Gruppe sollte ursprünglich zusammen eine der Bewegungsformen zeigen, nachdem aber im Laufe der Woche zwei Leute ausgefallen sind die diese Form beherrscht hatten, wurde dies gestrichen. Stattdessen haben zwei von uns, die schon lange Zeit hier sind jeweils eine Solovorstellung gegeben, während mein deutscher Kollege Jonny und ich, am Anfang und Ende der gesamten Vorstellung jeweils eine Pose mit Schwert und Schild im Gruppenbild abgegeben haben.

Wer jetzt denkt, dass das so einfach ist, der hat durchaus recht. Trotzdem haben wir es beide geschafft den Anfang zu vermasseln. Jonnys Weg war von Kindern versperrt, so dass er gar nicht auf der Bühne erschienen ist, während ich auf einer liegengelassenen Waffe ausgerutscht bin, und leicht verzögert aufgetaucht bin 😉

Naja. Wirklich schlimm war das dann doch nicht, und letztenendes waren alle zufrieden.

Viele Grüße,
Johannes

Mehr zum Training

So nachdem ich letzens ja einigermaßen genau beschrieben habe wie das Training abläuft, gibt es heute noch meine persönliche Meinung und andere Informationen dazu.

Das Lernen der Bewegungen fällt mir hier deutlich schwerer als zum Beispiel im Fechten. Es liegt sicher auch daran, dass die komplette Bewegungsart neu für mich ist, und ich erst jetzt so langsam damit beginne einen Ablauf in bereits bekannte Grundblöcke zu unterteilen.
Wenn der Meister den Ablauf vorführt gibt es zum Einen keine hilfreiche Erklärung, wie von zuhause gewohnt, und zum Anderen ist die Vorführung meistens recht schnell. Das liegt daran, dass die Geschwindigkeit bei ernsthafter ausführung dermaßen hoch ist, dass selbst 25% noch anspruchsvoll ist.
Alternativ bringen einem die fortgeschrittenen Mitschüler die Dinge bei, was dann langsam und verständlich, aber nicht in der selben Perfektion ist.

Im Großen und Ganzen ist das Training das selbe, das auch die Kinder hier erhalten, und von daher eher auf das langfristige Aufbauen der Fertigkeiten ausgelegt. Da die Ausländer hier aber nur für kurze Zeit sind, werden einige Dinge viel schneller gelehrt. Manchmal vielleicht etwas zu schnell.

Für den Meister ist es, soweit ich das erkennen kann, auch nicht immer ganz leicht uns zu unterrichten. Die Unterordnung der Schüler zum Meister ist hier lange nicht so gegeben wie er es aus seinem Training früher kennt. Meistens ist er sehr tolerant in dieser Hinsicht, aber manchmal kommt es doch zu Konflikten mit Unverständnis auf beiden Seiten.
Was sicher auch gewöhnungsbedürftig ist, ist dass ständig die besten Schüler abhanden kommen, wenn ihr Aufenthalt hier zuende ist.

Alles in allem ist es wahrscheinlich nicht das effektivste Training, das man sich vorstellen kann. Aufgrund der Menge an Training lernt man aber, zumindest für meine Verhältnisse, trotzdem genug.

Zum Schluss noch ein paar aktuelle Neuigkeiten:
Nach einer Regenperiode scheint hier endlich wieder die Sonne. Die Bäume fangen so langsam an grün zu werden. Ein Glas meiner Brille ist zu Bruch gegangen, in Zukunft also nicht über die lustige Konstruktion mit Klebeband wundern 😉 . Der Vize-Schulleiter hat mir die Haare geschnitten, und ist darin nicht sonderlich begabt, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat.

Viele Grüße,
Johannes

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